Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
der Herbst ist da – und mit ihm unser traditionelles Herbstfest, das in diesem Jahr am 27.09. ab 15 Uhr stattfindet und ganz im Zeichen der Kartoffel steht! Ob knusprig aus dem Ofen, cremig als Püree oder frisch gebraten in der Pfanne: Die Kartoffel ist nicht nur vielseitig, sondern auch eine echte Weltreisende. Ursprünglich stammt sie aus den Anden Südamerikas und kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Heute gibt es weltweit über 4.000 Sorten – von knallig blauer Vitelotte bis zur buttergelben Linda.
Wusstet ihr schon?
- Die Kartoffel gehört botanisch zur Familie der Nachtschattengewächse – also ist sie mit Tomate und Paprika verwandt.
- In Deutschland verzehren wir pro Kopf etwa 55 Kilogramm Kartoffeln im Jahr.
- Kartoffeln können sogar Strom erzeugen – ein Klassiker im Physikunterricht!
- Die schwerste dokumentierte Kartoffel wurde 2011 in Großbritannien gefunden und wog 11,3 Kilogramm (kein Scherz!).
Auch unser Fest wird so vielseitig wie die Kartoffel selbst: Von herzhaften und süßen Kartoffelgerichten bis hin zu kleinen Kartoffel-Spielen mit musikalischer Begleitung ist für jeden etwas dabei. Besonders für unsere jungen Gäste wird es bunt: Der Jugendausschuss lädt zum kreativen Kartoffeldruck ein – ein Riesenspaß, bei dem bunte Muster und lustige Bilder entstehen.
Damit unsere Kartoffeln – und natürlich auch all die anderen Kulturen im Garten – Jahr für Jahr gut gedeihen, braucht der Boden Pflege – und die bekommt er am besten durch einen cleveren Anbauplan. Wer jährlich zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehrern wechselt, sorgt dafür, dass sich die Nährstoffvorräte im Boden nicht einseitig erschöpfen. Im vierten Jahr und auch gern mal zwischendurch gönnt man ihm dann eine Gründüngung – eine Art Wellnesskur für die Erde. Dafür werden spezielle Pflanzen genutzt, winterharte später zerkleinert in die oberste Bodenschicht eingearbeitet oder auf den Kompost gegeben, frostempfindliche direkt als Mulch genutzt. Mit der Aussaat solcher Pflanzen bis Ende September schützt man den Boden und nimmt Beikräutern den Platz sich breit zu machen. Der Boden wird durch tiefe Bewurzelung gelockert und je nach Pflanze überschüssiger Stickstoff aufgenommen, damit er nicht ausgewaschen wird (Kreuzblütler) oder mit Stickstoff angereichert (Hülsenfrüchtler; hier die Wurzel nicht aus dem Boden entfernen) und das Bodenleben freut sich über abgestorbene Pflanzenreste, die wie ein Festmahl für Mikroorganismen wirken.
Wichtig ist, dass du auch bei der Gründüngung auf den Wechsel der Pflanzenfamilien achtest. So verhinderst du, dass sich Krankheiten und Schädlinge im Boden ausbreiten. Für Hülsenfrüchtler gilt: Zwischen zwei Anbaujahren am gleichen Standort sollten mindestens fünf Jahre liegen. Bei Kreuzblütlern ist ein Abstand von mindestens sechs Jahren sogar noch besser.
Wenn du nach Kreuzblütlern wie Kohlarten, Rettich oder Kresse aussäst, eignen sich besonders Inkarnatklee, Wintereiweißerbse und Winterackerbohne. Inkarnatklee friert im Winter nicht ab, wird im Frühjahr komplett in den Boden eingearbeitet und ist eine sehr gute Vorfrucht für späte Frühjahrespflanzungen. Die Wintereiweißerbse überwintert ebenfalls und wird im April in den Boden eingearbeitet. Danach solltest du dem Boden zwei Wochen Ruhe gönnen, bevor du die nächste Kultur aussäst. Die Winterackerbohne ist winterhart, tiefwurzelnd und liebt feuchte, kalkhaltige Böden.
Nach Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Erbsen kannst du Gelbsenf oder Ölrettich aussäen. Gelbsenf bildet viel Grünmasse, unterstützt den Humusaufbau und friert bei Minusgraden ab. Ölrettich lockert mit seinen tiefen Wurzeln verdichtete Böden und fördert das Bodenleben.
Es gibt auch einige neutrale Gründüngungspflanzen aus Familien, die im Gemüseanbau kaum eine Rolle spielen und sich daher fast überall einsetzen lassen. Dazu gehören Buchweizen, der allerdings nicht nach Rhabarber angebaut werden sollte und bei Frost abstirbt, sowie Sandhafer, der trockenheitsverträglich ist, Nematoden reduziert und ebenfalls sicher bei Frost abstirbt. Auch der Bienenfreund ist eine gute Wahl, weil er viel Grünmasse bildet, den Humusaufbau unterstützt und meist abfriert. Winterroggen dagegen ist winterhart, bildet eine große Wurzelmasse und sorgt so für einen feinkrümeligen Boden.
Nicht zu vergessen sind Feldsalat, Spinat und Gemüsemalve, die nicht nur zum
Essen, sondern auch als gute Beetabdeckung im Winter genutzt werden können.
Mit einer solchen Fruchtfolge bleibt der Boden locker, fruchtbar und lebendig – und die Kartoffeln im nächsten Jahr schmecken gleich noch besser.
Und zur Erinnerung: Am Samstag, den 11. Oktober ist wieder Komposttag. Damit alle Gärten gleichermaßen versorgt werden, erhält dieses Mal jeder Garten 2 Marken. Pro Marke können maximal eine Schubkarre oder ein Anhänger in vergleichbarer Größe Kompost abgeholt werden – insgesamt also höchstens 2 Schubkarren bzw. entsprechende Anhänger pro Garten.
Viele Grüße und wie in jedem Monat, einen herzlichen Geburtstagsgruß an alle September-Geburtstagskinder.
Antje Buche